KaisersLautern HeulSusen

Das Derby gegen den 1.FC Kaiserslautern liegt jetzt schon einige Tage zurück und trotzdem sind nach wie vor viele Geschehnisse rund um das Spiel Gesprächsthema. Durch ein an Weinerlichkeit kaum zu überbietendes Statement und haufenweise anderem traditionellen Müll aus der Ecke des traditionellsten aller Traditionsvereine sehen wir uns bemüßigt, zu dem ganzen Theater ein paar Worte zu verlieren.
Im besagten Heulpamphlet der Fanvertretung Kaiserslautern werden zunächst alle möglichen Vorfälle aufgezählt, was die Mainzer alles fürchterlich Böses getan haben. Immerhin akzeptieren sie dies noch als Derbygeplänkel und wollen sich darüber nicht beschweren. Warum zählt ihr das dann alles so haarklein auf?
Danach beginnen die Fritz-Walter-Fundamentalisten sich über Verunglimpfungen ihres großen Idols auszulassen und fordern alles und jeden dazu auf, gegen Mainz 05 und seine Fans aktiv zu werden. Zunächst einmal fragen wir uns, wo genau eine Beleidigung gegenüber Fritz Walter ausgesprochen worden ist. In 2 Spruchbändern der Ultraszene und Meenzer Metzger wurde Fritz Walter erwähnt „Gegen eure Finanzen ist Fritz Walter das blühende Leben“ und „Fritz Walter ist tot…al traditionell“. Jeder muss zugeben, dass die Finanzsituation des FCK nicht die allerbeste und deshalb durchaus mit einem Toten vergleichbar ist. Man kann den Vergleich als geschmacklos empfinden, beleidigend ist er definitiv nicht. Das zweite Spruchband wollte bewusst eine Reaktion des FCK-Anhangs provozieren, welche dieser dann auch mit wütenden Gesten Richtung Rheinhessentribüne lieferte, um dann die Verarschung aufzulösen und eine lange Nase zu zeigen. Aber auch hier können wir keine Beleidigung feststellen. Die Aussage, dass Fritz Walter vor einigen Jahren gestorben sei, ist nun mal nichts anderes, als ein Fakt. Aber scheinbar reicht es, wenn Mainzer Fans den Namen Fritz Walters nur in den Mund nehmen oder auf eine Tapete schreiben, um Reaktionen vergleichbar der Geschichte rund um die Mohamed-Karikaturen auszulösen. Scheinbar will der FCK-Anhang die Metapher einfach nicht verstehen. Keiner in Mainz kann mehr euer elendiges Geschwafel von Tradition, Fritz Walter usw. ertragen. Nur weil ihr heutzutage ein einziger Scherbenhaufen seid, klammert ihr euch an die Vergangenheit und glorifiziert immer wieder Geschichten längst vergangener Tage. Wenn wir also sagen: „Fritz Walter ist tot!“, dann steht Fritz Walter nur als Sinnbild für euren gesamten Verein. Eure Erfolge sind Vergangenheit, euer Geld ist weg, der Betzenberg längst nicht mehr gefürchtet und ja, Mainz 05 hat euch sportlich überholt. Die Person Fritz Walter ist uns sowas von egal, aber es scheint euer wunder Punkt zu sein.
Bei den Vereinsvertretern selbst sorgten hingegen die Spruchbänder gegen Marco Kurz, Martin Amedick und Tobias Sippel für die größere Empörung. „So etwas asoziales habe ich noch nie im Stadion gesehen!“ polterte Stefan Kuntz nach dem Spiel. Spätestens beim Training am nächsten Morgen dürfte diese Aussage aber wohl überholt gewesen sein. Da thematisiert die Mainzer Fanszene auf einem Spruchband also ein Gerücht, was beim FCK längst bekannt und mittlerweile sogar bis nach Mainz durchgedrungen ist. Klatschzeitschriften, Late Night-Formate oder Comedians verdienen mit sowas ihre Brötchen und der FCK springt deshalb gleich im Dreieck. Es drängt sich der Eindruck auf, dass Stefan Kuntz und Marco Kurz nicht verstanden haben, dass man sich bei einem Derby nicht mit Samthandschuhen anfasst. Damit passen sie gut zu ihrer desolaten Mannschaft, die das Derby zu keiner Zeit annahm und sich folgerichtig von unserer Elf abschlachten ließ.
Besonders befremdlich empfinden wir in diesem Zusammenhang die konkreten Handlungsaufforderungen an Vertreter von DFB, DFL und der beiden Vereine. Die Fanvertretung fordert in ihrer Stellungnahme direkt zu repressiven Maßnahmen gegen die Mainzer Fanszene auf. Dies hat dazu geführt, dass der Verein Mainz 05 in Zukunft darauf besteht, dass Spruchbänder im Vorfeld inhaltlich kontrolliert werden. Damit haben Fanvertreter des FCK dazu beigetragen, dass unsere Fanszene sich nun mit dem Problem der Zensur auseinandersetzen muss. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass mindestens ein Mitglied dieser sogenannten Fanvertretung Mitglied einer Ultragruppe ist, ja sogar der Vorsänger der Westkurve. Wie kann man sich als Ultrà bezeichnen, Fahnen gegen Stadionverbote aufhängen und in Initiativen wie Pro Fans gegen Repressionen mitarbeiten, aber gleichzeitig eben diese gegen andere Fans fordern? Dieses Verhalten ist an Heuchelei nicht zu überbieten!
Im letzten Absatz findet sich dann eine Legitimation für Gewalttaten gegen Mainzer Fans. Die Fanvertretung gibt sich zwar ganz große Mühe, sich glaubwürdig zu distanzieren, lässt aber durch die Zeilen ihre deutliche Sympathie für derartige Aktionen durchblitzen. Noch viel schlimmer, sie bietet schon im Vorfeld ein passendes Motiv und eine spätere Entschuldigung für derartige Aktionen an.
Der gesamte Text ist ein einziges Armutszeugnis für eine offizielle Fanvertretung, insbesondere aber auch der zweifelhafte Versuch von eigenen Problemen abzulenken. Da besuchen Lauterer Fangruppen das Training, um ihr Team zur Rede zu stellen und unter ihnen werden ganz offensichtlich Neonazis geduldet und akzeptiert. Bei dokumentierten Sprüchen wie: “ Ihr Drecksjuden!“ und angeblich gezeigten Hitlergrüßen sehen sich weder Offizielle und vor allem nicht die Fanvertreter in der Lage direkt einzugreifen. Im Nachhinein ist das der Fanvertretung KL dann einen kurzen Dreizeiler wert, natürlich nicht ohne die Ankündigung einer Abrechnung mit den „Machenschaften“ der Mainzer Fanszene, die dann überraschenderweise zu einer mehrseitigen Erklärung ausufert. Dies zeigt deutlich, dass ein Bewusstsein für ein Naziproblem nicht wirklich gegeben scheint und man lieber mit markigen Sprüchen versucht, die negative Aufmerksamkeit auf Andere zu lenken. Statt ernsthafter Aufarbeitung versucht man mit allen Mitteln seine Phalanx aufrecht zu erhalten und wirft wieder mit Parolen wie „Gemeinsam für den FCK“ um sich.
Ihr seid die Opfer? Scheinheilig seid ihr! Kehrt verdammt nochmal vor eurer eigenen Tür bevor ihr meint anderen ans Bein zu pissen!

3 Gedanken zu “KaisersLautern HeulSusen

  1. Das ist noch zu milde ausgedrückt. Besonders das Androhen von Gewalt gegen Mainzer Spieler, verbal im DBB-Forum und auch im Stadion z.B. vom „Halsabschneider“ gezeigt, ist einfach genauso verabscheuungswürdig wie jetzt die Steinewerfer auf der Autobahn, vermutlich aus Köln. Dagegen muß noch deutlicher Stellung bezogen werden, am Besten beim Spiel gegen Nürnberg.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *