Nachbetrachtung der Mitgliederversammlung

Das war sie nun, die Mitgliederversammlung! Über 13000 Mitglieder hat Mainz 05 aktuell, von denen lediglich 305 Mitglieder anwesend und stimmberechtigt waren. Sehr ernüchternd, wie viel Interesse doch an Vereinspolitik besteht. Die Zahl von 35 Leuten aus der aktiven Fanszene ist dabei ebenfalls deutlich zu wenig, wenn man bedenkt, welchen Stellenwert diese Veranstaltung für die Zukunft des Vereins einnimmt. Insbesondere auch aus unseren Fanclubreihen hätten es ruhig 1, 2 Leute mehr schaffen können!
Aber selbst diese Tatsache wäre zu verkraften, wenn sich mehr dieser 305 Mitglieder auch mal hinterfragend mit den Handlungen und Geschehnissen innerhalb ihres/ unseres Vereins auseinandersetzen würden.


So kam es zu Szenen, die für Mainz 05 eher untypisch sind. Statt wie gewohnt die Wahl durchzuwinken, kam es dieses Jahr zu einem Schauspiel, das jeden Glauben an Demokratie und Mitbestimmung erschüttert.
Mit Herrn Krafft, vorgestellt als Geschäftsführer eines Sponsors, IT-Fachmann und der Anhängerschaft nahezu unbekannt, sollte ein neues Mitglied den Vorstand bereichern und den frei gewordenen Platz ausfüllen. Nachdem diese Tatsache erst wenige Tage vor der Wahl bekannt wurde, äußerten wir uns dahingehend bereits kritisch. Wir wollten jedoch am Wahlabend die Chance nutzen, wenigstens dort etwas mehr über den Kandidaten zu erfahren. Was verbindet diesen Menschen außer seinem Engagement im Sponsoring mit unserer Liebe Mainz 05?
Leider artete diese einfache Frage (neben der notwendigen Kritik am Ablauf) in eine Farce sondersgleichen aus. Mitglieder wurden abgebügelt, statt ihnen Rede und Antwort zu stehen. Die Wahl an sich wurde von einem Wahlleiter durchgeführt, der zu jeder Wortmeldung Partei für den Vorstand und den Kandidaten ergriff. Herr Krafft selbst wirkte sichtlich überfordert und wurde dann einfach auch nicht mehr reden gelassen. Kurzum: Es gab keine vernünftige Diskussion und die Wahl wurde regelrecht durchgeprügelt. Nach einer chaotischen Wiederwahl des Präsidenten übernahm dieser das Ruder, löste den Wahlvorstand ab und erledigte die restliche Wahl im Alleingang. Eine Tatsache, die man unter Umständen laut Satzung anfechten könnte, wenn man es tatsächlich drauf anlegen würde. Harald Strutz nutze seine Redekünste und die Bühne, um ausreichend Stimmen zu generieren und selbst der restliche Vorstand, der sonst durch Enthaltung unparteiisch blieb, hob demonstrativ die grüne Karte.
Zur Krönung unterstellte Harald Strutz den Kritikern, sie würden dem gesamten Vorstand das nötige Vertrauen absprechen. Die klare Wiederwahl aller bisherigen Vorstandsmitglieder zeigte jedoch das genaue Gegenteil.
Für uns bleibt als Fazit, dass Mainz 05 hier klar seine eigenen Darstellungen, der fannahe Verein zu sein, ad absurdum geführt hat, indem die Bedenken der Fans und Mitglieder ignoriert wurden. Bedenken, die erst durch Versäumnisse des Vereins entstanden sind. Eine Vorstellung über eigene und die lokalen Medien mit ausreichend zeitlichem Abstand zur Versammlung hätte allen Mitgliedern bereits im Vorfeld die Möglichkeit gegeben, sich über Andreas Krafft zu informieren, um so guten Gewissens und mit Überzeugung ihre Wahlentscheidung zu treffen.
Ebenso funktioniert Demokratie auf solchen Versammlungen scheinbar nur, wie sie gewünscht wird. Eine beängstigende und alarmierende Entwicklung, auf die alle Mitglieder ein Auge haben sollten. Jedes Vereinsmitglied sollte sich der eigentlichen Kraft seiner Stimme bewusst werden und sie dafür nutzen, die Wege des Vereins mitzulenken.
Um es nochmal zu verdeutlichen, bei der Kritik geht es nicht um die Person Andreas Krafft, es geht um die Art und Weise der Kommunikation im Vorfeld und während der Mitgliederversammlung von Seiten des Vereins. Um Andreas Krafft besser kennenzulernen, gab es bereits im Anschluß der Veranstaltung die Einladung mehrerer Fangruppen zu einem persönlichen Gespräch, zu welchem Herr Krafft sich auch gerne bereit erklärte.
Abschliessend möchten wir uns bei Bernhard Geitel für sein jahrelanges Engagement bedanken. Zudem wollen wir in aller Deutlichkeit dem langjährigen Vorstand unser absolutes Vertrauen aussprechen. Fehler dürfen gemacht werden, aber man sollte dabei immer ein offenes Ohr für konstruktive Kritik bewahren. Ihnen, sowie dem Neuvorstandsmitglied Andreas Krafft wünschen wir daher eine erfolgreiche Arbeit im Sinne des Vereins, seiner Mitglieder und Fans!

Wir hoffen sehr, dass die erlebte Farce eine einmalige Ausnahme bleibt!
Handkäsmafia Mainz im September 2011

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert